Über mich

Das Leben unter dem Mikroskop und dem Tod auf der Spur.

Schön, dass Sie den Weg hierher gefunden haben. Mein Name ist Georg Lange. Ich liebe das gesprochene und das geschriebene Wort, das präzise Argument und die gepflegte humorvolle Glosse. Dieser Blog ist mein digitaler Rückzugsort fernab meines Lebens als Freier Journalist für all jene Gedanken, die mehr Raum brauchen als eine schnelle Schlagzeile.

Ein Seziertisch ist kein Ort für vage Vermutungen oder laute Phrasen. Er verlangt einen scharfen Blick, präzise Werkzeuge und die Bereitschaft, den Dingen auf den Grund zu gehen. Manchmal auch mit einer Prise Humor. Und genau das passiert hier: Ich nehme politische und soziale Ereignisse, gesellschaftliche Phänomene, kulturelle Themen, aber auch Alltagsbeobachtungen auseinander – nur um zu sehen, was tief im Inneren steckt.

Damit Sie sofort wissen, welches Werkzeug hier geschwungen wird, werfen wir einen Blick auf einen typischen Fall aus meinem digitalen Seziertisch-Labor und in das humorvolle Protokoll einer Obduktion:

Dr. Müller-Lüdenscheid und das verunfallte „Weil“

Der Edelstahl reflektiert das grelle OP-Licht, als Dr. Müller-Lüdenscheid die Gummihandschuhe nachjustiert. Auf dem Seziertisch liegt heute kein Grammatikfehler, sondern etwas viel Fragileres: die Logik eines Satzes. Das Präparat stammt aus einer politischen Talkshow vom Vorabend. Es sieht oberflächlich gesund aus, verweigert aber jede Funktion. Eingeliefert wurde der Korpus von unserer Redaktion.

„Sehen Sie hier“, sagt Müller-Lüdenscheid und deutet mit der Pinzette auf die Hauptschlagader des Satzes, die Kausalität. „Der Patient lautet: ‚Weil es morgen regnet, habe ich gestern meinen Regenschirm vergessen.‘ Eine klassische temporale Paradoxon-Fraktur.“ Der Assistent schaudert. Die Zeitform hat die Ursache überholt und das Gestern links liegen gelassen. Ein tödlicher Auffahrunfall im Denkzentrum.

Mit dem Skalpell der formalen Logik trennt der Chefarzt nun die Prämisse von der Konklusion. Es knirscht. „Ah, ein klassischer Non-Sequitur-Tumor“, murmelt er, während er eine wild wuchernde Behauptung freilegt, die absolut nichts mit der Schlussfolgerung zu tun hat. Die Argumente liegen ungeordnet im Korpus herum, wie falsch eingepflanzte Organe. Ein Zirkelschluss hat sich zudem so tief in den Nebensatz verbissen, dass Anfang und Ende nicht mehr zu unterscheiden sind.

Müller-Lüdenscheid spült den Tisch ab. Die letzten Reste des gesunden Menschenverstands rinnen zähflüssig in den Abfluss. „Todesursache“, diktiert er in den Befund, „akutes Staatsversagen der Prädikatenlogik bei gleichzeitigem Übermut des Sprechers.“ Zurück bleibt ein leeres Phrasendreschflegel-Skelett. Es hatte Recht haben wollen, aber leider vergessen zu denken.

Werkzeug und Handwerk

Um solche präzisen Schnitte zu setzen, braucht es eine saubere, unaufgeregte Arbeitsumgebung. Deshalb ist dieser Blog so spartanisch, wie er ist. Hier gibt es keinen digitalen Ballast, keine blinkenden Werbebanner und keine Algorithmen, die Sie ablenken. Nur das geschriebene Wort.

Das Ergebnis sind meine Essays und Glossen. Manchmal tiefgründig und in akademischer Sprache seziert (diese Texte finden Sie ganz bewusst separiert auf einer eigenen Beitragsseite), meistens aber in klarer, verständlicher Sprache direkt auf der Startseite ausgelegt.

Weil mir Barrierefreiheit wichtig ist, können Sie meine Texte nicht nur lesen, sondern auch hören. Die Audioversionen sind echtes Handwerk: Sie wurden mit der freien Open-Source-Stimme „Thorsten-Voice“ komplett offline und ohne fremde Server erzeugt.

Treten Sie also näher. Schauen Sie mir bei der Arbeit über die Schulter, lesen Sie in Ruhe mit oder drücken Sie einfach auf „Play“ und hören Sie zu.